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Tagespflege Netphen

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Das Konzept der ganzheitlichen Betreuung

Konzept der ganzheitlichen Betreuung

Ziele

Aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen verstehen wir Altern als mehrdimensionalen Prozess, der durch das Zusammenwirken biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren bestimmt ist.

Die ganzheitliche Betreuung orientiert sich in ihrer Arbeit an einem Kompetenzmodell, d.h. sie sieht ihre Aufgabe darin, vorhandene Ressourcen und Kompetenzen zu aktivieren und zu stabilisieren, ihrem Abbau entgegenzuwirken und verloren gegangene Fähigkeiten und Fertigkeiten so weit wie möglich wieder zu erlangen bzw. Ersatzstrategien zu entwickeln.

Das Ziel ist es, einen Beitrag zu mehr Selbständigkeit und zur Steigerung der Lebensqualität und Zufriedenheit der Gäste zu leisten.

Wir bieten den Gästen die Hilfe an, die für eine selbstbestimmte und den verbleibenden Möglichkeiten entsprechende selbständige Lebensführung notwendig ist.

Dabei werden die Ziele im Einzelnen nach den unterschiedlichen Lebensgeschichten, Vorlieben, Interessen und Krankheitsbildern der Gäste sowie unter Berücksichtigung ihres aktuellen Befindens ausgerichtet. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die ganzheitliche Betreuung:


Aufgaben der ganzheitlichen Betreuung

Aufgabe ist es, die Eingewöhnung an die Lebenssituation in einer Einrichtung mit fremden Menschen zu erleichtern, eine in der Beurteilung der Gäste sinnvolle Tages- bzw. Wochengestaltung zu ermöglichen, eine ansprechende Umgebung zu gestalten, Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten anzubahnen und zu fördern und in Krisen Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Diese Aktivitäten sind auf die individuelle Verfassung der Gäste bezogen und an den Bedürfnissen der Einzelnen zum jeweiligen Zeitpunkt orientiert.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf Menschen mit Demenz gerichtet. Sie werden als Persönlichkeiten mit Kompetenzen angesehen und geachtet und nicht an ihren Defiziten gemessen und zu bewertet.

Die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Demenz werden differenziert und individuell gesehen. Sie stehen im engen Zusammenhang mit der individuellen Lebensgeschichte der Betroffenen. Deshalb sind Kontinuität und Orientierung an die Biografie unabdingbare Voraussetzungen für die Arbeit mit Menschen mit Demenz.

Unterstützung in der veränderten Lebenssituation

Die Akzeptanz einer Entscheidung in eine Tagespflegeeinrichtung zu gehen, bedeutet vor allem in der Anfangszeit für manche Gäste eine schwierige und krisenhafte Lebensphase, in der sie Hilfe benötigen. Es ist die Aufgabe der Mitarbeiterinnen der ganzheitlichen Betreuung, den Kontakt herzustellen, wahrzunehmen, wo die Bedürfnisse der neuen Gäste liegen und darauf einzugehen.

Daneben werden in den Teamsitzungen regelmäßig der Stand der Integration und entsprechende Maßnahmen im interdisziplinären Team besprochen. Wichtig ist es, besonders in der Anfangsphase mit Gesprächen Informationen aus der Biografie und Lebensgeschichte als Grundlage für die Planung der weiteren Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen zu gewinnen.

Den neuen Gästen werden Möglichkeiten zur Beteiligung am Tagesgeschehen aufgezeigt, sie werden informiert und in Aktivitäten einbezogen. Sie erhalten individuelle Hilfestellung bei der Kontaktaufnahme zu anderen Gästen. Die Teilnahme an Angeboten ist stets freiwillig.

Auch hier gilt es, die besonderen Stärken und Schwächen der Menschen mit Demenz zu berücksichtigen.


Tages- und Wochengestaltung

Voraussetzung für die Möglichkeit , im Rahmen einer Betreuung in der Tagespflege ein weitgehend selbständiges und individuell gestaltetes Leben zu führen, ist die Berücksichtigung der Interessen, die Erhaltung der Eigenständigkeit, die Förderung von Restfähigkeiten, die Sicherstellung der Privatsphäre und die Schaffung eines sozio-kulturellen Angebotes.

Wichtig, besonders für Menschen mit Demenz, sind dabei Kontinuität und ein klar strukturierter Tagesablauf, die Sicherheit und Orientierung in einer Umgebung bedeuten, die als zunehmend unverständlich erlebt wird.

Körperliche, geistige und musische Fähigkeiten werden durch entsprechende Gruppenangebote und Einzelbetreuung gefördert.


Förderung von Kommunikation und Kontakt

Kommunikation und Kontakt entsteht dort, wo ein Raum dafür geschaffen wird. Die soziale Betreuung bietet den Gästen bei den Gruppenaktivitäten die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und kontinuierlich gemeinsam etwas miteinander zu unternehmen.

Veranstaltungen wie Feste, Kaffeenachmittage, Konzerte, Ausflüge, Spaziergänge und kulturelle Veranstaltungen regen zur selbständigen Kontaktaufnahme an.

Darüber hinaus wird Gelegenheit zur Kommunikation untereinander durch Anreize zur Aktivierung, wie zum Beispiel mit Büchern, Spielen, Zeitschriften oder interessanten Gegenständen über den Tag verteilt immer wieder gefördert.

Die Gäste bekommen die Möglichkeit, den Kontakt zur früheren Umgebung aufrechtzuerhalten, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen und an Ausflügen teilzunehmen. Die soziale Betreuung bietet Hilfe an, wenn Gäste nicht mehr selbständig in der Lage sind, einen gewünschten Kontakt aufzunehmen bzw. aufrechtzuerhalten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Arbeit mit Menschen mit Demenz. Hier haben die Mitarbeiterinnen die Aufgabe, mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität, in Kontakt zu den Gästen zu treten und die Kommunikation zu fördern. Vielfach ist die verbale Kommunikation eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich, hier steht der emotionale Kontakt im Vordergrund. Auch für sie wird für die Integration in die Gemeinschaft gesorgt.


Angebote der ganzheitlichen Betreuung:

Gruppenarbeit ist in erster Linie als Beziehungsangebot für die Gäste anzusehen.

Aus der Vereinsamung vieler älterer und behinderter Menschen entsteht in der Regel ein großes Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Kontakten. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kann Ersatz für fehlende oder gestörte Beziehungen zu Familienangehörigen und Freunden bieten.

Einzelbetreuung

Durch die Zunahme an Pflegebedürftigkeit können manche Menschen am Leben in der Gruppe nur noch passiv teilnehmen. Neben den körperlichen Einschränkungen liegt bei vielen häufig eine fortgeschrittene Demenz vor und sie sind nicht mehr in der Lage, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.

Für die betroffenen Gäste planen die Mitarbeiter falls möglich bedürfnisorientierte psycho-soziale Einzelbetreuungen.

Da der Bedarf an Einzelbetreuung steigt, sind sie jedoch nicht in der Lage, alle geplanten Betreuungen selbst durchzuführen. Deshalb gehört es zu ihren Aufgaben, Angebote wie z.B. Basale Stimulation für einzelne Gäste durch zusätzliche Betreuungskräfte zu organisieren und zu koordinieren.

Tages-, Wochen- und Jahresstrukturierende Angebote

Tagesstrukturierende Angebote

Tagesstrukturierende Angebote sind grundlegender Bestandteil eines therapeutischen und pflegerischen Konzeptes in einer teilstationären Einrichtung. Dazu gehört auch das gemeinsame Kochen für eine abwechslungsreiche Ernährung.

Sie bieten den Gästen Sicherheit und geben Orientierung. Sie bieten einen Rahmen für die optimale Förderung des alten Menschen. Sie helfen Ängste und psychomotorische Unruhe abzubauen und fördern Kommunikation und den Aufbau tragfähiger zwischenmenschlicher Beziehungen.

Der Strukturierung des Tages von Menschen mit Demenz dienen auch die Leistungen, die im Rahmen der zusätzlichen Betreuung nach § 43b angeboten werden. Die Angebote werden individuell für die betroffenen Gäste geplant.


Wochenstrukturierung

Die Strukturierung der Woche gibt Orientierung und Perspektive. Deshalb finden bestimmte Gruppenangebote regelmäßig an jeweils gleichen Wochentagen und zu gleichen Tageszeiten statt.

Der jeweilige Wochenplan wird schriftlich erstellt und als Plakat sichtbar aufgehängt. An den verschiedenen Tagen finden in einem 3-monatigen Wechsel verschiedene therapeutische Aktivitäten statt, damit nach einander alle Gäste Gelegenheit haben, diese Angebote in Anspruch zu nehmen.

Jahresstrukturierung

Aktivitäten, Feiern, Ausflüge und kulturelle Angebote orientieren sich an der jeweiligen Jahreszeit und ergänzen die Tages- und Wochenstruktur.

Beispiele:

  • Frühling: Frühlingsspaziergang, Basteln von Osterschmuck, Osterfeiern, Frühlingskonzert, Maifest, Spargelessen
  • Sommer: Grillen, Erdbeerbowle, Sommerfest, Ausflüge
  • Herbst: Kartoffelfest, Martinsgans, Erntedank, Weinfest
  • Winter: Adventsfeier, Adventskonzert, Plätzchen backen, Bratäpfel, Weihnachtsmarktbesuche, Weihnachtsfeier, Silvester

Erinnerungspflege

Wenn das Gedächtnis aufgrund einer dementiellen Erkrankung verloren geht, verlieren die Betroffenen die Fähigkeit, einen Bezug zu ihrer Vergangenheit wiederzufinden. Damit verlieren sie auch die Verbindung zu sich selbst und zu anderen.

Bei der Erinnerungspflege stehen nicht die Defizite, die Dinge, die die Menschen nicht mehr können im Vordergrund, sondern das, was sie können.

Denn hier werden zwei wichtige Fähigkeiten angesprochen, die sehr lange erhalten bleiben: das Langzeitgedächtnis und die Gefühle.

Die Erinnerungspflege nutzt das Phänomen unseres Gedächtnisses, auf die unterschiedlichsten sinnlichen Anregungen zu reagieren. Die Gesamtheit der sinnlichen Anregungen wird als „Trigger“ bezeichnet.

Menschen mit Demenz brauchen die Nähe einer vertrauten vermittelnden Person, um sich sicher zu fühlen und soziale Beziehungen leben zu können. Je besser diese Person mit den jeweiligen individuellen Prägungen vertraut ist, desto eher wird es gelingen, den Menschen mit Demenz Zugang zur eigenen Identität zu ermöglichen.


Bewegung

Eines der zentralen Ziele der Pflege und Betreuung ist die Erhaltung der Bewegungsfähigkeit. Sie ist eng mit der geistigen Gesundheit verbunden ist. Die Tagespflege bietet daher täglich Angebote mit unterschiedlichen Bewegungsübungen an, die auf die Bedürfnisse und Ressourcen der jeweiligen Gäste zugeschnitten sind. Darunter fällt auch die Seniorengymnastik, Tanz- und Bewegungstherapie.


Seniorengymnastik

Mit Spaß körperlich und geistig fit bleiben, ist das Ziel der Seniorengymnastik. Hier werden nicht nur die Lachmuskeln trainiert, sondern auch ganz nebenbei Krankheiten vorgebeugt und die Mobilität wird verbessert. Das in Gemeinschaft zu erleben, ist ein Erlebnis.


Tanz- und Bewegungstherapie

Mit der Durchführung einer Tanztherapeutischen Einheit in der Tagespflege wird für die Gäste ein Bewegungsangebot gestaltet, in dem sie sich auf der physischen, psychischen oder sozialen Ebene weiterentwickeln können. Dies kann in Gruppen- oder Einzelbetreuung stattfinden.


Kunsttherapie

In der kunsttherapeutischen Arbeit geht es nicht darum, malen oder zeichnen zu können, sondern die eigenen Möglichkeiten im kreativen Tun mit allen Sinnen zu erleben. Es entsteht Raum für Gespräche, Gedanken und Impulse. Wo Worte fehlen kann eine kreative Gestaltung ausdrücken helfen, was innerlich bewegt. Menschen mit und ohne Demenz erleben sich als selbstwirksam. Die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, wird trainiert; Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl werden gestärkt, was sich im Alltag bemerkbar macht.


Musiktherapie

Das gemeinsame Singen, das Anhören von Musik, das Sprechen über Musik sowie das Finden von einfachen passenden Bewegungen zu verschiedenen Rhythmen und Musikstilen ist für alle Gäste geeignet. Ganz besonders auch für Menschen mit Demenz.

 

Ernährung

Essen und Trinken sind elementare Bestandteile des Lebens und mit Genuss und Wohlbefinden verbunden. Die Mahlzeiten stellen im Leben der Gäste wichtige Ereignisse dar, deren Bedeutung weit über die Versorgung und körperliche Gesundheit hinausgehen. An der täglich frischen Zubereitung können sich die Gäste beteiligen. Mahlzeiten sind tagesstrukturierende Situationen von zentraler Bedeutung und gehören zu den wichtigsten Anlässen sozialer Interaktion. Die gemeinsamen Mahlzeiten bieten den Rahmen für Kommunikation und Kontakt.

Aktivierung

Die Aktivierung der Gäste ist ein wichtiger Teil der Arbeit der sozialen Betreuung. Die unterschiedlichen Angebote orientieren sich an den vielfältigen Interessen der Gäste und sind auf deren verbliebenen Fähigkeiten ausgerichtet. Sie können sich an den Dingen zu erfreuen, die sie noch können, und erleben gemeinsam mit anderen, Spaß und Freude. Die Aktivierung trägt außerdem dazu bei, den sozialen Rückzug der Gäste zu vermeiden.

Gespräche

Gespräche dienen der Information, Beratung, Motivierung und Entlastung der Gäste bei den alltäglichen Anforderungen des Lebens. Neben den infolge von Krankheit und Pflegebedürftigkeit auftretenden Anforderungen spielen besondere Ereignisse und lebensgeschichtliche Erfahrungen in Gesprächen eine bedeutende Rolle.
Einen wichtigen Stellenwert nehmen neben geplanten zielgerichteten Gesprächen die spontanen Gespräche im Rahmen von Mahlzeiten oder Pflegehandlungen ein. Sie sind ein fester Bestandteil der jeweiligen Maßnahme.


Basale Stimulation

Der Begriff „Basale Stimulation“ beschreibt ein Konzept, das schwerstpflegebedürftigen Menschen mit Wahrnehmungsverlusten den Kontakt mit ihrer Umwelt ermöglicht. Da diese Gäste viele ihrer Fähigkeiten verloren haben, werden bei der Basalen Stimulation die verbliebenen Wahrnehmungsmöglichkeiten gezielt angesprochen.


Milieugestaltung

Die ganzheitliche Betreuung berücksichtigt Gewohnheiten der Gäste im Hinblick auf die Gestaltung der Räumlichkeiten. Hierbei werden die Gäste mit ihren persönlichen Wünschen und Vorlieben mit einbezogen. Die Dekoration orientiert sich an Jahreszeiten und kulturellen Festen. Sie soll Erinnerungen wecken und anregend auf Gespräche und Aktivitäten wirken. In diesem Zusammenhang ist das Angebot von Orientierungshilfen wichtig. Sie unterstützen das Zurechtfinden in der Einrichtung. Leicht desorientierten Gästen werden mit diesen Hilfen Brücken gebaut.

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