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Tagespflege Netphen

Das Konzept der Tagespflege Bethanien in Netphen

Einführung

Aus unserer bisherigen Arbeit als Träger mehrerer Seniorenzentren und Ambulanter Pflegedienste hat sich die Erkenntnis ergeben, dass das Angebot unserer Tagespflegeeinrichtung immer zwei Zielgruppen berücksichtigen muss: den pflegebedürftigen Menschen und seine pflegenden Angehörigen / Freunden.

Weil immer mehr Menschen ein Leben zu Hause dem Aufenthalt in einer vollstationären Einrichtung vorziehen, sind Ratsuchende einerseits die pflegebedürftigen Menschen selbst und andererseits die Familienangehörigen / Freunden, die ihre hilfebedürftigen Angehörigen zu Hause pflegen. Pflegende Angehörige stoßen oft, selbst wenn ein ambulanter Pflegedienst involviert ist, an ihre physischen und psychischen Grenzen. Der Pflegebedürftige selbst ist häufig einsam. Er leidet unter dem Zwiespalt, den Angehörigen nicht überfordern zu wollen und dennoch ein ausgefülltes Leben führen zu können.

Die Tagespflegeeinrichtung nimmt hilfebedürftige Menschen tagsüber auf und bietet ihnen Kontakt mit anderen Menschen, Förderung, Pflege und rehabilitative Maßnahmen. Pflegende Angehörige werden dadurch entlastet bzw. erst in die Lage versetzt, die Pflege über einen längeren Zeitraum im häuslichen Umfeld zu übernehmen. Tagespflegeeinrichtungen können stationäre Senioreneinrichtungen nicht ersetzen aber die Übersiedlung in ein Seniorenheim verzögern bzw. erst einmal vermeiden. Damit ist die Tagespflegeeinrichtung eine wichtige Ergänzung zur Ambulanten Pflege.

Zurzeit werden ca. 1,6 Millionen Pflegebedürftige zu Hause versorgt. Dies gilt auch für 90% der ca. 1,2 Millionen Menschen mit Demenz. In Zukunft wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigen und die der jüngeren abnehmen. Damit verringert sich die Möglichkeit familiärer Betreuung Pflegebedürftiger. Auch die Zahl pflegebedürftiger junger Menschen ist angestiegen. Sie leiden z. B. unter den Folgen eines Schlaganfalls, MS oder eines Unfalls. Die familiären und nachbarschaftlichen Hilfsnetze werden schwächer. Umso wichtiger werden weitere Hilfeangebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige / Bekannte sein. Die Tagespflege-Erfahrungen zeigen deutlich die Notwendigkeit und die Entlastungsmöglichkeiten solcher Einrichtungen für die Angehörigen.

Träger der Tagespflegeeinrichtung

Das seit 1896 bestehende Diakonische Werk Bethanien e.V. gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR, einer evangelischen Freikirche, deren Wurzeln in den Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts liegen.

Die Arbeit ist seit Bestehen des über 100-jährigen Werkes von der Überzeugung geprägt, dass jeder Mensch unendlich wertvoll ist, weil er ein geliebtes Geschöpf Gottes ist.

Verantwortlich für die Arbeit in den Bethanien-Einrichtungen ist der hauptamtliche Vorstand des Werkes, den der Verwaltungsrat beruft. Der Vorstand besteht aus dem Direktor / Vorstandsvorsitzenden, dem Geschäftsführer und dem Geschäftsstellenleiter Ambulante Pflege.

Das Diakonische Werk Bethanien e.V. ist Träger mehrerer Seniorenzentren und Ambulanter Pflegedienste, eines Fachseminars für Altenpflege, eines Krankenhauses sowie verschiedener Seelsorge-, Therapie- und Erholungseinrichtungen mit dem gemeinsamen diakonischen Auftrag „leben helfen“.
Die Tagespflegeeinrichtung Bethanien in Netphen fällt in den Geschäftsbereich Ambulante Pflege.

Einrichtung (Infrastruktur etc.)

Die Tagespflege Bethanien Netphen ist nicht an eine stationäre Senioreneinrichtung angegliedert, sondern wird als eine solitäre Einrichtung geführt. Sie befindet sich im Stadtzentrum von Netphen, An der Netphe 2.

Die Einrichtung hat eine Grundfläche von ca. 313 m2, 17 Personen können die Tagespflege besuchen. Neben einer Wohnküche, einem Tagesraum mit angrenzender Terrasse, einem Therapieraum, einem Werkraum, einer behindertengerechten Dusche / Bad und vier Ruheräumen, bietet die Einrichtung viel „Fläche zum Laufen“ für Menschen mit mehr Bewegungswunsch.
Der eigene Eingang mit großer Zufahrt ermöglicht es Gästen wie Besuchern, das Haus barrierefrei gut zu erreichen.

Räumliche Ausstattung der Tagespflege

Die Ausstattung ist hell und gemütlich, die Dekoration der Räume orientiert sich an den Jahreszeiten und enthält manchen Erinnerungsschlüssel für den Tagesgast. Die Gäste können sich an der Gestaltung der Räume durch ihre Anregungen oder ganz praktisch beteiligen.
Im Eingangsbereich der Garderobe befinden sich abschließbare persönliche Fächer für die Gäste.

In der Wohnküche finden hauswirtschaftliche aber auch kreative Aktivitäten statt. Der Küchenbereich ist gut ausgestattet und behindertengerecht gestaltet, sodass auch Rollstuhlfahrer in Küchenaktivitäten mit einbezogen werden können.
Vier Ruheräume, die mit Schlafsesseln und Pflegebetten ausgestattet sind, ermöglichen den Tagesgästen Rückzugsmöglichkeiten und dienen als Räume für den Mittagsschlaf.
Ein behindertengerechtes Bad mit WC steht zum Duschen zur Verfügung. Ein zweites behindertengerechtes WC, ein Gäste – WC und ein Personal – WC sind über den Flur erreichbar.

Zur Einrichtung gehört eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten und Sonnensegel. Ein Sinnesgarten mit Hochbeeten lädt zum Verweilen ein. Gartengeräte stehen zu Aktivitäten zur Verfügung. Bei Bedarf begleitet ein MA Gäste in den Außenbereich.
Der große Therapieraum dient therapeutischen Gruppenangeboten. Er grenzt an die Wohnküche an und kann bei Bedarf durch eine Faltwand von dieser abgetrennt werden.

Zusammensetzung der Tagesgäste sowie Aufnahmekriterien usw.

Das Angebot der Tagespflegeeinrichtung ist für Menschen, die hilfs- bzw. pflegebedürftig, behindert oder desorientiert sind und die nicht mehr allein bleiben bzw. sich nicht mehr selbst versorgen können. Ihre Selbständigkeit wird durch rehabilitative und realitätsorientierende Maßnahmen unterstützt und gefördert.

Es ist uns ein Anliegen, die Angehörigen in ihren Pflegebemühungen zu unterstützen. Die Tagespflege will keine Einrichtung sein, in der Menschen einfach „abgegeben“ werden können. Bedingung für die Aufnahme eines Gastes ist die Bereitschaft der Angehörigen, mit dem Betreuungspersonal kontinuierlich Kontakt zu halten (z. B. an Angehörigenabenden teilzunehmen oder sich in Einzelgesprächen mit der Leitung der Tagespflege über die Betreuung des Angehörigen auszutauschen). Wird der Gast von einem Ambulanten Pflegedienst versorgt, wird mit diesem zusammengearbeitet.

Die Tagespflegeeinrichtung ist für bis zu 17 Besucherplätze konzipiert. Sie ist geöffnet von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Wir erbringen unsere Leistung auf der Basis des Rahmenvertrages gemäß § 75 Abs. 1 SGBXI. Nach der ersten Anfrage findet ein Beratungsgespräch in den Tagespflegeräumen oder, wenn erwünscht, im häuslichen Umfeld statt. Danach besteht für den Interessenten die Möglichkeit, die Tagespflege einen Tag lang kostenlos probeweise zu besuchen. In dieser Zeit kann er, ebenso wie die Mitarbeiter/innen, überprüfen, ob die Tagespflege das angemessene Angebot für ihn / sie darstellt.

Die Entscheidung über die definitive Aufnahme liegt bei der Leitung der Tagespflege, die sich in diesem Punkt mit dem Mitarbeiter/innen-Team der Tagespflege abstimmt. Mit dem Tagespflegegast wird ein Tagespflegevertrag geschlossen. Der Tagespflegegast kann auch nur einzelne Wochentage die Tagespflegeeinrichtung besuchen. Zu unseren Dienstleistungen gehört auch ein Fahrdienst, den wir in Kooperation mit einem Fahrbetrieb anbieten.

Personelle Ausstattung/Qualifikation/Funktion der Mitarbeiter/Fremdanbieter

Die Tagespflegeeinrichtung arbeitet mit Pflegefachkräften, Pflegehilfskräften, Alltagsbegleitern und hauswirtschaftlichen Mitarbeitern, Musik-, Mal- und Tanztherapeuten und einer Gerontologin und einer Mitarbeiterin mit der Qualifikation für Seniorengymnastik. Wir bilden auch Altenpflegeschüler aus, bieten Praktika an sowie ein freiwilliges soziales Jahr.

Eine große Bereicherung dieses Teams können ehrenamtliche Mitarbeiter sein. Hier ist die Verbindung des Trägers zu den ortsansässigen Freien evangelischen Gemeinden nützlich. Ein Aufgabenbereich für ehrenamtliche Mitarbeiter kann die Begleitung der Gäste zu Veranstaltungen und Ärzten oder bei Spaziergängen in die Stadt sein. Zusätzlich können ehrenamtliche Helfer die unterschiedlichen Betreuungsangebote unterstützen.

Die Leitung der Tagespflegeeinrichtung wird von einer Pflegedienstleitung übernommen, die die Qualifikation „verantwortliche Pflegefachkraft“ (§ 71 SGB XI) besitzt. Diese Person übernimmt die fachliche Leitung der Tagespflege und stellt sicher, dass das Prinzip der Bezugspflege gewährleistet ist, indem sie möglichst täglich am Tagesablauf in den Räumen der Tagespflege teilnimmt. Sie ist verantwortlich für die Pflege- und Betreuungsplanung sowie die Dokumentation. Ebenso erstellt und begleitet sie gemeinsam mit den übrigen Fachkräften den Tagesstrukturplan. Sie übernimmt die Planung der Schulungen der Mitarbeiter der Tagespflege und ist verantwortlich für die Angehörigenarbeit.

Durch den Abschluss einer zusätzlichen Vergütungsvereinbarung nach § 87 b SGB XI (Tagespflege) wird ein zusätzlicher Stellenschlüssel im Bereich der Betreuung von 1:20 zu Grunde gelegt. Angebote der zusätzlichen Betreuung finden integriert in den Tagesabläufen statt. Dadurch erhalten unsere Gäste eine höhere Anzahl von individuellen und speziellen Angeboten der Betreuung.

Haltung und Pflegemodell

Im Leitbild des Diakonischen Werkes Bethanien wird unsere Sichtweise des Menschen deutlich: Als Geschöpf Gottes hat jeder Mensch einen unendlichen Wert und eine unverlierbare Würde.
Auch Alter, Krankheit sowie geistige, körperliche und psychische Einschränkung mindern seinen Wert und seine Würde nicht. Deshalb sehen wir in unseren Gästen Menschen, die ihr Leben auf ihre ihnen eigene Art gemeistert und seine individuellen Herausforderungen bewältigt haben. Wir möchten ihnen mit Liebe, Achtung und Wertschätzung begegnen.

Das Motto des Diakonischen Werkes Bethanien und somit auch unserer Tagespflege, lautet „Leben helfen“. Für uns bedeutet dies, dass wir die Menschen, die unsere Hilfe benötigen und wünschen begleiten, sie pflegen und heilen, sie beraten, aufmerksam hinhören, sie trösten, ihnen Freude schenken und sie fördern.

Unter dem Leitgedanken der ganzheitlichen aktivierenden Pflege und Betreuung wollen wir in der Tagespflege unseren Gästen möglichst umfassend gerecht werden. Das bedeutet konkret, ihre Bedürfnisse auf der körperlichen, geistig-emotionalen und sozialen Ebene zu berücksichtigen und ihre Möglichkeiten zur Eigenständigkeit zu fördern. Durch Anregung und gezieltes Training wollen wir die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen in den oben genannten Bereichen möglichst lange erhalten, bzw. soweit wie möglich zurück gewinnen.

Wir nehmen den einzelnen Gast in seiner jeweiligen Situation wahr als Einheit von Körper, Seele und Geist. Unsere Betreuungsatmosphäre vermittelt Geborgenheit, Vertrauen, gibt Sicherheit und Konstanz. Die theoretische Grundlage dazu bietet uns der personenzentrierte Ansatz nach Tom Kitwood. Er setzt den betroffenen Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, analysiert fördernde Faktoren und personale Detraktionen. Der Blick auf den Einzelnen ist unter dem Oberbegriff Liebe unterteilt in die Bereiche bzw. Grundbedürfnisse Identität, Geborgenheit, Anerkennung, Beschäftigung und Einbezug. Wir möchten unserer Gäste die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse ermöglichen und somit ein relatives Wohlbefinden für Menschen mit Demenz erreichen.

In unserer Tagespflege treffen Menschen aus unterschiedlichen Generationen und aktuellen Lebenssituationen aufeinander. Der regelmäßige „Szenenwechsel“ zwischen häuslicher Umgebung und Tagespflege enthält in sich viele stimulierende und fördernde Elemente, stellt aber auch eine Herausforderung dar.

Durch den Aufbau einer regelmäßigen Tagesstruktur vermitteln wir Sicherheit und Verlässlichkeit. Um eine optimale Pflege- und Betreuungsqualität zu gewährleisten, stellen wir aufgrund einer strukturierten Biografie und Informationssammlung (SIS) eine individuelle Tagesstruktur zusammen, die wir einerseits an den Gewohnheiten unserer Gäste als auch an ihren aktuellen Lebenssituationen orientieren und ständig anpassen nach allgemein anerkannten Pflege- und Betreuungsstandards.

Die ganzheitliche Planung der Pflege und Betreuung anhand des Strukturmodells nach Beikirch dient:

  • der Einbeziehung der individuellen und aktuellen Situation des Gastes
  • der Transparenz der Pflege- und Betreuungstätigkeiten
  • der ständigen Reflektion der Pflege- und Betreuungstätigkeiten
  • der „Gleichförmigkeit“ der Pflege- und Betreuungstätigkeiten, auch wenn sie von unterschiedlichen Mitarbeitenden ausgeführt werden
  • der Verbindlichkeit für alle Mitarbeitenden
  • dem Nachweis der Leistungen
  • der Einbeziehung von Pflege- und Betreuungsstandards

Die Dokumentation ist ein wichtiger Bestandteil dieses Steuerungsprozesses, sie wird computergestützt geführt und kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Interne und externe Qualitätskontrollen finden regelmäßig statt.

Alltagsnormalität

Für unsere von Demenz betroffenen Gäste bildet Alltagsnormalität den Rahmen für eine Struktur, die ihnen eine erlebbare Sicherheit und Orientierung gibt. Deshalb gestalten wir unsere gemeinsamen Tage um die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken) herum stets gleich. Die einzelnen Betreuungsangebote wiederum richten wir an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der jeweils anwesenden Gäste aus.
Dabei berücksichtigen Biografie, Persönlichkeit und Selbstbestimmung jedes einzelnen. Beschäftigung knüpft an vielfältige Alltagskompetenzen an und Menschen mit Demenz brauchen ein akzeptierendes Umfeld, das ihr Aktivsein kreativ unterstützt. Erzählen, feiern und lachen, aber auch weinen, trösten und getröstet werden gehören zu jedem unserer Tage.
Wir wollen miteinander – leben, in einer Alltagsnormalität, auf der Grundlage von Lebensfreude und des personenzentrierten Ansatzes. Dadurch erfährt jeder in der Tagespflege Sicherheit und Wertschätzung.

Pflegesystem, Strukturmodell, Pflegedokumentation

Die systematische Informationssammlung aus Anamnese und Biografie stellen zur pflege- und betreuungsfachlichen Beurteilung die Grundlage dar. Die aktuelle Lebens- und Bedürfnissituation des Gastes wird durch die Bezugspflegekraft erfasst. Im Detail bedeutet dies die Ermittlung der Ressourcen und Probleme des Gastes. Wir berücksichtigen gezielt die Bedürfnisse, indem wir pflegerische Versorgung, Maßnahmen zur Prophylaxe durchführen und Betreuung anbieten.

Der Gast wird in seiner Gesamtheit gesehen und ganzheitlich von einem multiprofessionellen Team versorgt. Die Evaluation der Tagesstruktur und der strukturierten Informationssammlung (SIS) incl. Kontakt zu Angehörigen, Betreuern und anderen für den Gast wichtigen Bezugspersonen ist entsprechend des Systems der Bezugspflege an die Fachkräfte delegiert.

Medizinische Versorgung- Zusammenarbeit mit Ärzten

Die Tagespflege verfügt über genügend Fachpersonal, so dass es die tägliche medizinische, pflegerische und psychosoziale Betreuung der Gäste fachgerecht durchführen kann. Das Fachpersonal der Tagespflege kann, in enger Absprache mit den behandelnden Ärzten, den einzelnen Gästen die täglich notwendigen Medikamente verabreichen. Weitere behandlungspflegerische Tätigkeiten werden ebenfalls nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und dem jeweiligen Ambulanten Pflegedienst bzw. den pflegenden Angehörigen durchgeführt. Besonderheiten in der Ernährung werden im Speiseplan berücksichtigt.

Das Tagespflegeteam legt großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten. Auch Besuche der Gäste in den Praxen ihrer Ärzte sind möglich; besonders begrüßenswert ist es allerdings, wenn umgekehrt die Ärzte ihre Patienten in der Tagespflege aufsuchen.

Hauswirtschaft und Betreuung

Mit dem gemeinsamen Frühstück beginnt der Tag. Vor dem Mittagessen und nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken finden verschiedenste Betreuungsangebote statt. Das Mittagessen wird gemeinsam zubereitet – in dem Maß, wie sich die Gäste an der Vor- und Zubereitung beteiligen können und möchten. Im Anschluss an das Mittagessen- jederzeit auch bei Bedarf- können sich die Gäste in Ruheräume zurückziehen, wahlweise auch an einem entspannenden Übermittagsangebot teilnehmen. Nach einem gemeinsamen Abschluss mit einer Andacht werden die Gäste nach Hause verabschiedet.

Das Konzept der ganzheitlichen Betreuung wird durch folgende Angebote in der Tagespflege verwirklicht:

  • 10-Minuten-Aktivierung (tägliche Orientierungsrunde — welcher Tag, welcher Monat, welches Jahr, welche Jahreszeit, was für ein Wetter ist heute
  • Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen (gemeinsames Lesen der Zeitung, incl. Gespräch darüber)
  • Spezielle Erinnerungspflege, orientiert an der Biografie der Tagesgäste und dem Wochenthema

musische Tätigkeiten (Singen, Tanzen (Sitztänze) zur Aktivierung, Koordination, Training zum Erhalt verschiedener Fähigkeiten, Erhaltung der Lebensfreude)

  • Vor- und Zubereiten von Mahlzeiten unter Einsatz individueller „Erinnerungsschlüssel“ (alte Kochbücher, -geschirr, -gerätschaften)
  • seniorengerechtes und tagesgastbezogenes Bewegungsangebot regelmäßige Spaziergänge
  • kreatives Gestalten (Basteln, Malen, Handwerken zur Erhaltung der Sinne, der Feinmotorik und der Lebensfreude)
  • Gedächtnistraining mit Hilfe methodisch eingesetzter Übungsspiele z. B. zur Wortfindung, Erinnerung, Konzentration usw.
  • Öffnung nach außen (Ausflüge, Veranstaltungsbesuche, möglichst auch in Verbindung mit Menschen außerhalb des Tagespflege)
  • Religiöse Angebote (Andachten, Besuche von Seelsorgern, Gottesdienste)

Die Angebote werden jeweils den Bedürfnissen und Möglichkeiten der gesamten Gruppe und des einzelnen Gastes so angepasst, dass dieser mit Lust und Lebensfreude dabei sein kann und die Eigenwahrnehmung und das Wohlbefinden der Beteiligten gefördert wird. Dabei berücksichtigen wir auch die spezielle Ausrichtung unserer Angebote auf jüngere Gäste.

Tagesgäste, die diese Angebote nicht wahrnehmen möchten, haben die Möglichkeit ihren individuellen Interessen nachzugehen. Einen grob strukturierten, skizzierten Ablauf des täglichen Geschehens ist dem Tagesablauf zu entnehmen. Auf Wunsch kann Einsicht genommen werden in das Konzept „soziale Betreuung“.

Angehörigenarbeit

Ein offener und vertrauensvoller Kontakt zu Angehörigen ist Voraussetzung unserer Arbeit. Durch ein gutes Verhältnis zu den Angehörigen werden Konflikte und Missverständnisse oft bereits im Vorfeld vermieden. Um Möglichkeiten aber auch Grenzen unserer Pflege und Betreuung transparent zu machen, informieren wir die Angehörigen sowie Betreuer stets über alle wichtigen Beobachtungen und Ereignisse in Bezug auf den jeweiligen Tagesgast.

Wir werden unsere Beobachtungen im Hinblick auf die Möglichkeiten und Probleme des Tagesgastes mit den Verantwortlichen für die häusliche Pflege besprechen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten bieten wir Beratung in Bezug auf Pflege, Betreuung, Pflegehilfsmittel, Finanzierung und Fragen zur Einstufung in die Pflegeversicherung an. Eine Schulung pflegender Angehöriger kann in Kooperation mit den Ambulanten Pflegediensten in den Räumen der Tagespflege stattfinden. Angehörigenabende ermöglichen den Austausch untereinander.

Vertrauensperson

Die von der WTG- Behörde bestellte Vertrauensperson wird rechtzeitig über alle mitwirkungspflichtigen Entscheidungen von der Tagespflegeleitung informiert und mit einbezogen. Sie dient als Ansprechperson für die Gäste und deren Angehörige. Sie kann Anregungen und Beschwerden entgegennehmen. Diese können dazu das Initiativpapier (C 6.3.1)verwenden, welches auch anonym ausgefüllt und in verschlossenem Umschlag in der Tagespflege abgegeben werden kann. Die Aufgaben der Vertrauensperson richten sich nach der Vorgabe des WTG §§10-13 zur Sicherstellung der Leistungsqualität der Einrichtung und der Teilhabe der Gäste am Leben in der Gesellschaft. (s.a. D 2.3.2 Angehörigenkonzept)

Fort- und Weiterbildungen

Im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems wird jährlich der Fortbildungsbedarf der Mitarbeiter/innen erhoben. Mitarbeiter/innen und ehrenamtlichen Helfer/innen erhalten das Angebot sowohl interner, als auch externer Schulungen.

Externe Dienstleistungen

Verordnungen wie Massagen, Krankengymnastik, logopädische Übungstermine u. a. können von der Tagespflegeeinrichtung aus wahrgenommen werden, indem die Gäste in die entsprechenden Praxen durch die Ehrenamtlichen Mitarbeiter begleitet werden oder Therapeuten in die Tagespflege kommen. Auf der Basis ihres täglichen engen Kontakts mit den Gästen können die Pflegekräfte der Tagespflege auch Anregungen geben, welche pflegerischen und rehabilitativen Maßnahmen ins Auge gefasst werden sollten.

Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern

Das Ziel unserer Einrichtung ist es, mit anderen Anbietern vertrauensvoll zusammen zu arbeiten um sowohl pflegebedürftigen Menschen als auch ihren Angehörigen zu helfen.

Spirituelle Betreuung

Unser diakonisches Motto lautet „leben helfen“. „Leben helfen“ wollen wir den Menschen, die unsere Hilfe brauchen und wünschen. Zu diesem Dienst gehört auch das Angebot der Seelsorge. In der Tagespflegeeinrichtung gibt es regelmäßige Gesprächs- und Andachtsangebote.

Interne und externe Qualitätssicherung

Regelmäßige interne- und externe Qualitätssicherungsaktivitäten zielen darauf ab, Pflege und Betreuung auf einem möglichst hohen Qualitätsniveau anzubieten. Interne Qualitätssicherung erfolgt im Sinne einer laufenden Selbstkontrolle durch die Festlegung von Pflege- und Betreuungsstandards, regelmäßigen Pflege- und Betreuungsvisiten zur Überprüfung der Kundenzufriedenheit und Pflegedokumentationsvisiten zur Evaluation der SIS/ Tagesstruktur.

Für die Weiterentwicklung der Pflege und Betreuung gibt es zudem verschiedene Arbeitsgruppen im Diakonischen Werk Bethanien, bestehend aus Mitarbeitenden verschiedener Fachbereiche.
Externe Qualitätssicherung findet durch Kontrollen prüfender Behörden z.B. des MDK statt. Wir nehmen regelmäßig an Arbeitstagungen unseres Spitzenverbandes (Diakonisches Werk RWL) teil. Hier werden gesetzliche und qualitätsfördernde Veränderungen besprochen.

Um die Qualität in den Einrichtungen des Geschäftsbereiches Ambulante Pflege im Diakonischen Werk Bethanien zu sichern und weiter zu entwickeln, arbeiten wir kontinuierlich an unserem Qualitätsmanagement-System.
Das Beschwerdemanagement sorgt dafür, dass Fehler vermieden werden können. Auf Reklamationen kann adäquat reagiert und ggf. Vorbeugemaßnahmen zur künftigen Vermeidung entwickelt werden.

Carmen Reichmann

Einrichtungsleitung

11.05.2016

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